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RECs, GOs und I-RECs: Der einfache Weg zu 100 % erneuerbarer Energie für dein Unternehmen

Energiezertifikate wie Herkunftsnachweise (GOs), Renewable Energy Certificates (RECs Zertifikate) und International Renewable Energy Certificates (I-RECs) ermöglichen es KMU, ihre Scope-2-Emissionen zu reduzieren und den Umstieg auf erneuerbare Energien nachweislich zu dokumentieren. Während GOs in der EU zum Standard für CSRD-konforme Nachhaltigkeitsberichte werden, bieten RECs in Nordamerika und I-RECs weltweit flexible Lösungen für die Energiewende. Neue EU-Regelungen wie RED III verschärfen die Anforderungen an Qualität und Nachverfolgbarkeit, während geplante Updates des GHG Protocol die Anforderungen an zeitliche und regionale Übereinstimmung erhöhen. Für KMU bedeutet das: Wer frühzeitig auf hochwertige Zertifikate und automatisierte Systeme setzt, ist nicht nur compliant, sondern sichert sich langfristige Wettbewerbsvorteile bei Kunden, Banken und im Employer Branding.

Einleitung: Warum Energiezertifikate für KMU jetzt zur Pflichtübung werden

Wer heute über CO2-Bilanzierung nachdenkt, kommt an einem Thema nicht vorbei: Scope-2-Emissionen aus eingekauftem Strom. Während viele KMU ihre direkten Emissionen mittlerweile im Griff haben, bleibt die Frage nach der Herkunft des Stroms oft unbeantwortet. Dabei wird genau diese Transparenz zunehmend zur Compliance-Anforderung – spätestens seit CSRD und den neuen EU-Richtlinien für erneuerbare Energien.

Energiezertifikate wie GOs, RECs und I-RECs sind keine theoretische Spielerei mehr, sondern praktische Werkzeuge für Nachhaltigkeitsmanager und Geschäftsführer gleichermaßen. Sie belegen schwarz auf weiß, dass dein Strom aus erneuerbaren Quellen stammt – und zwar audit-sicher und international anerkannt.

Die gute Nachricht: Das Renewable Energy Certificate System funktioniert inzwischen weitgehend standardisiert, und die Kosten sind für viele KMU deutlich geringer als oft angenommen. Die Herausforderung liegt eher darin, im Dschungel der verschiedenen Zertifikatstypen den Überblick zu behalten und die richtigen Qualitätskriterien anzulegen.

Tatsächlich haben sich die Anforderungen an RECs und Herkunftsnachweise in den letzten Jahren spürbar verschärft. Was früher als pauschaler Jahresnachweis funktionierte, muss heute oft zeitlich granular, regional passend und möglichst aus jungen Anlagen stammen. Gerade wer international tätig ist, steht vor der Frage: GOs für Europa, RECs für die USA oder I-RECs für globale Standorte? Und wie lässt sich das Ganze in bestehende ESG-Reportingprozesse integrieren?

Dieser Artikel zeigt dir, wie das RECs System funktioniert, welche Unterschiede zwischen den Zertifikatstypen bestehen und worauf du bei Auswahl und Dokumentation achten solltest – insbesondere im Hinblick auf die neuen EU-Regelungen und die geplanten Updates des GHG Protocol.

Was sind GOs, RECs und I-RECs? Die drei Säulen der globalen Energiezertifizierung

Herkunftsnachweise (GOs) erklärt: Der EU-Standard für erneuerbare Energien

Herkunftsnachweise – im internationalen Kontext als Guarantees of Origin (GOs) bezeichnet – sind das zentrale Zertifizierungssystem innerhalb Europas. Eingeführt wurden sie bereits Anfang der 2000er Jahre im Rahmen der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien. Ein GO bestätigt, dass eine Megawattstunde (MWh) Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und ins Netz eingespeist wurde.

Die Association of Issuing Bodies (AIB) koordiniert das europäische GO-System mit dutzenden Issuing Bodies in verschiedenen Ländern. Ohne diese standardisierte Infrastruktur wäre eine grenzüberschreitende Verwaltung und der Handel mit Herkunftsnachweisen kaum möglich.

Interessanterweise enthalten GOs deutlich mehr Informationen als viele vermuten: Neben dem Zertifikatstyp und der Brennstoffart werden auch der Standort der Anlage, das Jahr der Inbetriebnahme und weitere technische Details erfasst. Diese Transparenz macht Herkunftsnachweise besonders wertvoll für behördliche Prüfungen und die Einhaltung von Vorschriften – gerade im Kontext von CSRD und anderen Berichtspflichten.

Für deutsche KMU sind GOs mittlerweile der bevorzugte Nachweis, wenn es um die marktbasierte Bilanzierung von Scope-2-Emissionen geht. Sie sind das Fundament für glaubwürdige Claims wie "100 % Ökostrom" und bilden zunehmend die Basis für automatisierte CO2-Reportingprozesse.

Renewable Energy Certificates (RECs) erklärt: Das nordamerikanische Pendant

In Nordamerika übernehmen Renewable Energy Certificates (RECs) die Rolle, die GOs in Europa spielen. Auch hier repräsentiert ein REC die umweltbezogenen Eigenschaften von einer MWh Strom aus erneuerbaren Quellen – sei es aus Wind, Solar, Wasserkraft oder Biomasse.

Das RECs System unterscheidet sich jedoch in einigen Details vom europäischen GO-System. Während die Regulierung von GOs weitgehend auf EU-Ebene harmonisiert ist, unterliegen RECs nationalen und bundesstaatlichen Vorschriften. Das macht den nordamerikanischen Markt etwas komplexer, bietet aber auch mehr Flexibilität bei der Ausgestaltung.

Ein wichtiger Punkt für die Praxis: RECs werden speziell für Scope-2-Emissionen eingesetzt, während andere Zertifikatstypen wie Carbon Offsets die Vermeidung oder Reduktion von Treibhausgasen abbilden. Diese klare Abgrenzung ist entscheidend, wenn es um die korrekte Bilanzierung nach dem Greenhouse Gas Protocol geht.

Verschiedene regionale Tracking-Systeme wie M-RETS oder WREGIS verwalten die Ausgabe und Stilllegung von RECs. Für europäische Unternehmen mit Standorten in den USA ist das RECs System daher ein notwendiger Baustein ihrer globalen Energiestrategie.

International Renewable Energy Certificates (I-RECs) erklärt: Die globale Lösung

Wer außerhalb von Europa und Nordamerika tätig ist, stößt schnell auf I-RECs. Das International Renewable Energy Certificate System wurde entwickelt, um auch in Ländern ohne eigenes nationales Zertifizierungssystem einen standardisierten Nachweis für erneuerbare Energien zu ermöglichen. Mittlerweile sind I-RECs in deutlich über fünfzig Ländern verfügbar.

Auch hier gilt: Ein I-REC entspricht einer MWh erneuerbarer Energie aus einem registrierten Kraftwerk. Die International Tracking Standard Foundation überwacht die Ausgabe und stellt sicher, dass I-RECs mit internationalen Standards wie dem GHG Protocol, RE100 und ISO kompatibel sind.

Für multinationale Unternehmen sind I-RECs oft die einzige Möglichkeit, ihre Nutzung erneuerbarer Energien in Regionen wie Asien, Afrika und Lateinamerika nachzuweisen. Während GOs und RECs auf nationale oder regionale Märkte beschränkt sind, bietet das I-REC-System eine echte globale Zertifizierung.

Die Verfügbarkeit von I-RECs variiert allerdings je nach Region stark. In manchen Märkten ist die Infrastruktur noch im Aufbau, was sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt – mehr dazu später im Abschnitt zu häufigen Problemen.

Neue Entwicklungen: RED III und verschärfte Anforderungen an Herkunftsnachweise

EU-RED-III: Strengere Regeln für Qualität und Nachverfolgbarkeit

Die überarbeitete EU-Erneuerbarenrichtlinie RED III hat die Bedeutung von Herkunftsnachweisen erheblich gestärkt. Die neuen Vorgaben zu nationalen Registern, Gültigkeitsdauer und Genauigkeit der Nachverfolgung machen GOs noch stärker zum Standardnachweis im Nachhaltigkeitsreporting – auch mit direktem Bezug zu den ESRS-Anforderungen im Rahmen der CSRD.

Besonders interessant ist die Förderung granularerer, zeitlich genauer gestempelter GOs. Der Hintergrund: Pauschale Jahreszertifikate können nicht verhindern, dass tagsüber Solarstrom produziert wird, während nachts fossile Energie verbraucht wird. Künftig sollen Herkunftsnachweise daher präziser abbilden, wann genau der Strom erzeugt und verbraucht wurde.

Diese Entwicklung zielt darauf ab, Greenwashing zu vermeiden und die Verbindung zwischen realer Einspeisung und Verbrauch zu schärfen. Für KMU bedeutet das: Wer heute schon auf hochwertigere Zertifikate setzt, ist morgen einen Schritt voraus.

Parallel baut die Association of Issuing Bodies (AIB) ihr System kontinuierlich aus – mittlerweile auch für Gas und Wasserstoff. Die Anzahl registrierter Anlagen und Transaktionen steigt stetig, was die Verfügbarkeit und Transparenz von Herkunftsnachweisen weiter verbessert.

GHG Protocol Updates: Was sich bei Scope-2-Bilanzierung ändern könnte

Das GHG Protocol arbeitet seit geraumer Zeit an einer Überarbeitung der Scope-2-Guidance, die vor allem die Nutzung von Zertifikaten wie GOs, RECs und I-RECs betrifft. Die geplanten Änderungen sind durchaus substanziell und könnten die Praxis vieler Unternehmen beeinflussen.

Im Kern geht es um strengere Anforderungen an regionale und zeitliche Übereinstimmung – Stichwort "Deliverability" und feinere Zeitfenster. Auch die Hierarchie für Emissionsfaktoren im standortbasierten Ansatz soll klarer geregelt werden. Für Unternehmen bedeutet das konkret: Rein jährliche, weit entfernte Zertifikate könnten perspektivisch nicht mehr ausreichen, um marktbasierte Scope-2-Ansprüche vollumfänglich geltend zu machen.

Zusätzlich soll eine erweiterte Guidance für "konsequente" bzw. systemweite Wirkungsanalysen entstehen – etwa zu Zusätzlichkeit und vermiedenen Emissionen. Diese würde allerdings nicht die eigentliche Scope-2-Bilanz ersetzen, sondern ergänzende Informationen liefern.

Wer sich frühzeitig an den absehbaren Anforderungen orientiert – passende Region und Netzgebiet, jüngere Anlagen, klare Stilllegung und lückenlose Dokumentation – ist auf der sicheren Seite. Gerade für CO2-Bilanzierungsprozesse, die auf mehrere Jahre ausgelegt sind, lohnt es sich, künftige Verschärfungen bereits heute mitzudenken.

So integrierst du Zertifikate in deine Energiestrategie

Energieverbrauch analysieren und realistische Ziele setzen

Der erste Schritt ist simpel, aber essentiell: Du musst wissen, wie viel Strom dein Unternehmen tatsächlich verbraucht. Die Grundlage dafür liefern deine Stromrechnungen, aus denen sich der Gesamtverbrauch in Megawattstunden (MWh) ableiten lässt. Für jede verbrauchte MWh benötigst du ein entsprechendes Zertifikat, das erworben und dann stillgelegt werden muss.

Realistische Ziele sind dabei das A und O. Der Anteil erneuerbarer Energien am globalen Strommix steigt kontinuierlich, und viele Regionen haben ehrgeizige Ausbauziele für die kommenden Jahre. In Deutschland und der EU gibt es verbindliche Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien, die auch KMU im Blick haben sollten.

Bei der Verteilung der Zertifikate auf mehrere Standorte empfiehlt sich eine proportionale Aufteilung entsprechend dem jeweiligen Stromverbrauch. Das sorgt für Transparenz und eine faire Verteilung – gerade bei Unternehmen mit mehreren Niederlassungen oder internationalen Standorten.

Interessanterweise spielt hier auch die Frage eine Rolle, wie ambitioniert deine Nachhaltigkeitsziele sind. Willst du schrittweise vorgehen und zunächst einen bestimmten Anteil deines Stromverbrauchs über Zertifikate abdecken? Oder strebst du direkt 100 % erneuerbare Energie an? Beides ist legitim, sollte aber klar definiert und kommuniziert werden.

Zertifikate erwerben und stilllegen: Der praktische Prozess

Beim Kauf von Zertifikaten entscheidest du, wie du deine erneuerbaren Energieziele konkret umsetzen möchtest. Der Markt bietet verschiedene Optionen – von pauschalen Jahresmengen bis zu granularen, stündlich abgeglichenen Zertifikaten. Die Preise variieren dabei je nach Qualität, Herkunft und Aktualität der Anlagen.

Achte darauf, Zertifikate auszuwählen, die deinen Anforderungen entsprechen. Relevante Kriterien sind die geografische Herkunft (möglichst aus deiner Region oder demselben Netzgebiet), der Erzeugungszeitraum (zeitliche Übereinstimmung mit deinem Verbrauch) und die Zertifizierung nach anerkannten Standards.

Damit RECs, GOs oder I-RECs gültig sind, müssen sie bestimmte Kriterien erfüllen, bevor sie stillgelegt werden können. Die Stilllegung erfolgt durch eine dauerhafte Löschung im entsprechenden Register – etwa bei der AIB für europäische Herkunftsnachweise oder in den regionalen Systemen für RECs. So wird sichergestellt, dass die Zertifikate tatsächlich zur Deckung deines Energieverbrauchs verwendet wurden und nicht doppelt gezählt werden.

Die gesamte Transaktion sollte sorgfältig dokumentiert werden. Bewahre Kaufbelege, Stilllegungsnachweise und alle relevanten Informationen zu den Zertifikaten systematisch auf – dein Wirtschaftsprüfer wird es dir danken.

Dokumentation und Automatisierung für CSRD-konforme Compliance

Eine gründliche Dokumentation ist unerlässlich, um deine Nachhaltigkeitsziele gegenüber Stakeholdern und Regulierungsbehörden nachzuweisen. Spätestens wenn der erste CSRD-Auditbericht ansteht, wird klar, wie wichtig eine lückenlose Nachverfolgbarkeit ist.

Automatisierte Systeme können die Verwaltung erheblich erleichtern. Moderne Carbon-Accounting-Software importiert Daten aus verschiedenen Quellen, extrahiert Rechnungsdetails mithilfe von Bilderkennung und lässt sich nahtlos in bestehende ERP- oder HR-Systeme integrieren.

Zusätzlich ermöglichen KI-gestützte Datenaudits eine höhere Zuverlässigkeit deiner Emissionsdaten. Durch den Einsatz solcher Software kannst du manuelle Tabellenkalkulationen ersetzen, die Umweltberichterstattung vereinfachen und den Aufwand für die Datenerfassung erheblich minimieren.

Gerade für KMU, die von Excel zur automatisierten CO2-Bilanz wechseln, ist die Integration von Energiezertifikaten in die bestehende Systemlandschaft ein wichtiger Schritt. Die gute Nachricht: Moderne Plattformen können nicht nur die Stilllegung dokumentieren, sondern auch automatisch prüfen, ob Zertifikate den aktuellen Qualitätskriterien entsprechen.

GOs vs. RECs vs. I-RECs: Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Hauptunterschiede und Eigenschaften der drei Systeme

Auf den ersten Blick scheinen GOs, RECs und I-RECs ähnlich zu sein, doch bei genauerem Hinsehen zeigen sich wesentliche Unterschiede in ihrem Einsatz und ihren Eigenschaften. Der wohl auffälligste Unterschied liegt im geografischen Anwendungsbereich: GOs werden innerhalb der EU genutzt, RECs sind auf die USA beschränkt, und I-RECs dienen internationalen Zwecken.

Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen weichen voneinander ab. Herkunftsnachweise basieren auf EU-Richtlinien und können zwischen EU-Mitgliedstaaten gehandelt werden, die Teil der Association of Issuing Bodies sind. RECs hingegen unterliegen nationalen und bundesstaatlichen Vorschriften in den USA. I-RECs bieten eine globale Lösung und werden in Ländern ohne eigenes nationales System anerkannt.

Ein weiterer Unterschied liegt in den Tracking-Systemen. Während GOs über nationale Register innerhalb der EU verwaltet werden, nutzen RECs verschiedene regionale Systeme. I-RECs wiederum basieren auf dem I-REC Standard System für globales Tracking.

Die Wahl des passenden Renewable Energy Certificate Systems hängt von deinem Standort, den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen und deinen Nachhaltigkeitszielen ab. Überlege, wo dein Unternehmen tätig ist und woher deine erneuerbare Energie stammt. Richte die Entscheidung an den übergeordneten Nachhaltigkeitsstrategien deines Unternehmens aus.

Welches Zertifikat für welchen Zweck?

Für KMU in Deutschland und der EU sind GOs in der Regel die erste Wahl. Sie sind vollständig in die europäischen Regularien integriert, werden von Wirtschaftsprüfern anerkannt und lassen sich nahtlos in CSRD-Berichtsprozesse einbinden.

RECs werden relevant, sobald dein Unternehmen US-Standorte betreibt oder mit amerikanischen Kunden zusammenarbeitet. Das RECs System ist dort der etablierte Standard für die Bilanzierung von Scope-2-Emissionen und wird von lokalen Behörden und Stakeholdern erwartet.

I-RECs kommen ins Spiel, wenn du in Regionen aktiv bist, die weder über ein europäisches noch ein nordamerikanisches Zertifizierungssystem verfügen. Gerade für produzierende Unternehmen mit globalen Lieferketten oder Dienstleister mit internationalen Standorten sind I-RECs oft die einzige Möglichkeit, einen konsistenten Nachweis über alle Regionen hinweg zu führen.

Tatsächlich nutzen viele größere Mittelständler alle drei Systeme parallel – GOs für Europa, RECs für die USA und I-RECs für Asien oder Lateinamerika. Die Herausforderung liegt dann in der konsistenten Dokumentation und der Vermeidung von Doppelzählungen über die verschiedenen Systeme hinweg.

Häufige Probleme und deren Vermeidung

Doppelzählung vermeiden: Das kritischste Risiko

Eines der größten Risiken bei der Nutzung von Energiezertifikaten ist die Doppelzählung. Um glaubwürdige Nachhaltigkeitsansprüche zu sichern, müssen Unternehmen Zertifikate korrekt stilllegen. Regulierungen und Standards wie das Greenhouse Gas Protocol verlangen explizit, dass Doppelzählungen ausgeschlossen und alle Prozesse auditierbar sind.

Wie vermeidest du Doppelzählungen konkret? Stelle sicher, dass Zertifikate aus derselben Region und Nutzungsperiode stammen wie dein tatsächlicher Stromverbrauch. Die Stilllegung im entsprechenden Register muss dokumentiert und nachvollziehbar sein. Transparenz und die Einhaltung von Qualitätsstandards sind entscheidend, um Reputationsrisiken zu minimieren.

Gerade wenn du mit verschiedenen Energielieferanten und mehreren Standorten arbeitest, ist ein systematisches Tracking unverzichtbar. Automatisierte CO2-Reportingsysteme können hier erheblich helfen, indem sie automatisch prüfen, ob Zertifikate bereits verwendet wurden oder noch verfügbar sind.

Qualitätsstandards richtig einschätzen

Ein weiteres Problem sind unterschiedliche Qualitätsstandards. Während grundlegende Systeme jede erneuerbare Energie zertifizieren, die den gesetzlichen Anforderungen entspricht, setzen freiwillige Programme oft strengere Maßstäbe. Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit setzen, meiden häufig Zertifikate, die als minderwertig wahrgenommen werden, um ihren Ruf zu schützen.

Was macht ein hochwertiges Zertifikat aus? Wichtige Kriterien sind das Anlagenalter (neuere Anlagen gelten als zusätzlich), die regionale Nähe zum Verbrauchsort und die Frage, ob die Anlage staatlich gefördert wurde. Zertifikate aus ungeförderten, neu gebauten Anlagen in der eigenen Region oder demselben Netzgebiet gelten in der Regel als besonders glaubwürdig.

Programme wie Green-e oder Initiativen wie RE100 verlangen oft unabhängige Audits, um sicherzustellen, dass diese Standards eingehalten werden. Wer sich an solchen freiwilligen Programmen orientiert, ist auch für künftige Verschärfungen gut aufgestellt.

Verfügbarkeit und globale Standardisierung

Falls dein Unternehmen trotz aller Bemühungen auf externe Hindernisse stößt – etwa eine begrenzte Verfügbarkeit von Energiezertifikaten in bestimmten Regionen – ist es ratsam, diese Herausforderungen offen zu kommunizieren. Gleichzeitig solltest du weiterhin den Wechsel zu erneuerbarer Energie vorantreiben.

Die globale Standardisierung von RECs, GOs und I-RECs steht noch vor einigen Hürden. Unterschiedliche regulatorische Rahmen, Variationen in Tracking-Systemen und mangelnde gegenseitige Anerkennung erschweren die Harmonisierung. Hinzu kommen wirtschaftliche Verzerrungen, politische Einflüsse und technologische Lücken, die den Fortschritt behindern.

Für KMU bedeutet das: Flexibilität ist wichtig. Wo GOs nicht verfügbar oder zu teuer sind, können I-RECs eine Alternative sein. Wo beides schwierig ist, lohnt sich der Blick auf direkte Power Purchase Agreements (PPAs) mit lokalen Erzeugern.

Vorteile von 100 % erneuerbarer Energie mit Zertifikaten

Vorschriften einhalten und CSRD-konforme Berichterstattung ermöglichen

Energiezertifikate sind das wichtigste Werkzeug zur Einhaltung des Greenhouse Gas Protocol und tragen dazu bei, die Nachhaltigkeitsziele von Unternehmen im Einklang mit der Science Based Targets Initiative und RE100 zu erreichen. Insbesondere deutsche Unternehmen profitieren davon, da sie damit ihre Scope-2-Emissionen reduzieren und ihr Engagement für erneuerbare Energien nachweisen können.

Interessanterweise zeigen aktuelle Daten, dass deutsche Verbraucher deutlich mehr GOs beanspruchen, als im Land selbst ausgestellt werden. Diese Zahlen verdeutlichen die Bedeutung des internationalen Handels mit Zertifikaten, um die ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ein erheblicher Anteil der in Deutschland genutzten GOs stammt aus nordeuropäischen Ländern mit einem hohen Anteil an Wasserkraft.

Dabei ist zu beachten: Strengere Regeln für die Bilanzierung von GOs und RECs könnten künftig viele aktuelle Käufe als nicht vollständig konform einstufen. Analysen zeigen, dass ein erheblicher Teil der REC-Käufe von Unternehmen nicht alle Anforderungen bezüglich geografischer Lieferbarkeit, Anlagenalter und langfristiger Verträge (PPAs) erfüllt.

Um möglichen Problemen vorzubeugen, sollten deutsche Unternehmen frühzeitig auf hochwertige Zertifikate setzen. Neben der Einhaltung von Vorschriften tragen diese Zertifikate auch zur Stärkung des Markenimages bei.

Nachhaltigkeitsziele erreichen und Greenwashing vermeiden

Energiezertifikate sind nicht nur ein Nachweis für den Einsatz erneuerbarer Energien, sondern auch ein Mittel, um die Umweltauswirkungen eines Unternehmens zu minimieren und die Nutzung sauberer Energie zu fördern. Sie schaffen Transparenz, fördern die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher und erhöhen den Anteil erneuerbarer Energien im System.

Die wachsende Sensibilität der Verbraucher gegenüber Greenwashing hat die Nachfrage nach Transparenz erhöht. Unternehmen, die auf stündliche oder monatliche Zertifikate setzen, können Greenwashing-Vorwürfen entgegenwirken und detaillierte Daten zur Unterstützung ihrer Nachhaltigkeitsansprüche bereitstellen.

Langfristig profitieren Unternehmen, die in neue erneuerbare Kapazitäten investieren, von einer deutlichen Reduktion ihres CO₂-Fußabdrucks. Die Priorisierung von Zusätzlichkeit – also Investitionen in neue Anlagen statt nur Umwidmung bestehender Kapazitäten – gilt zunehmend als Best Practice.

Wer seine Nachhaltigkeitsziele ernst nimmt, sollte darauf achten, dass erworbene Zertifikate tatsächlich zum Ausbau erneuerbarer Energien beitragen und nicht nur bereits bestehende Produktion umverteilen.

Effizientes Management mit automatisierten Tools

Automatisierte Plattformen erleichtern die Verwaltung von Energiezertifikaten erheblich. Sie optimieren den gesamten Prozess – von der Datenerfassung und Konsolidierung bis zur Verifizierung – und reduzieren manuelle Fehler drastisch.

Solche automatisierten Systeme bieten umfassende Übersichten über Zertifikate, identifizieren Abweichungen, erleichtern die Beschaffung fehlender Volumina und gewährleisten die Einhaltung von Vorschriften. Sie unterstützen zudem Berichtsstandards wie RE100, CDP und CSRD.

Besonders interessant ist die Kosteneffizienz: Historisch gesehen lagen die Preise für jährlich abgeglichene RECs und GOs deutlich unter den durchschnittlichen Großhandelsstrompreisen. Dies macht Zertifikate zu einer wirtschaftlich attraktiven Lösung auf dem Weg zu 100 % erneuerbarer Energie.

Für KMU, die ihre CO2-Bilanzierung automatisieren wollen, sind integrierte Lösungen ideal. Statt Zertifikate manuell zu verwalten, können moderne Systeme automatisch prüfen, ob ausreichend Zertifikate vorhanden sind, wann diese ablaufen und welche Qualitätskriterien sie erfüllen.

Ausblick: Was die kommenden Entwicklungen für dich bedeuten

Markt- und Qualitätsentwicklung bei GOs, RECs und I-RECs

Im europäischen GO-Markt ist ein Trend zu wachsender Nachfrage und breiterem Einsatz in PPA-Strukturen zu beobachten, bei zugleich spürbar gestiegener Verfügbarkeit durch den Ausbau von Wind-, Solar- und Wasserkraft. Regulatoren und Marktakteure diskutieren verstärkt Qualitätskriterien wie Anlagenalter, regionale Nähe und die Frage, ob Zertifikate aus staatlich geförderten Anlagen genutzt werden sollten.

Bei RECs und I-RECs setzt sich ähnlich durch, dass freiwillige Programme und Initiativen wie RE100 oder EnergyTag granularere, stündlich abgeglichene und regional passende Zertifikate bevorzugen, statt sehr pauschaler Jahresmengen über große Zonen. Für global tätige Unternehmen heißt das: I-RECs bleiben zentral, werden aber zunehmend an strengere Qualitäts- und Transparenzanforderungen geknüpft.

Diese Entwicklung ist durchaus positiv zu bewerten. Je höher die Qualitätsstandards, desto glaubwürdiger die Nachhaltigkeitsclaims – und desto geringer das Risiko von Greenwashing-Vorwürfen oder nachträglichen Korrekturen in der CO2-Bilanz.

Praktische Implikationen für KMU und Mittelstand

Für KMU in der DACH-Region werden GOs noch wichtiger als prüfungssicherer Baustein im CSRD-Kontext oder bei freiwilligen Standards wie VSME, wenn Scope-2-Emissionen marktbezogen dargestellt werden sollen. Die Kombination aus GOs oder I-RECs und automatisierten Carbon-Accounting-Plattformen gilt zunehmend als Best Practice gegenüber rein manuellen Excel-Lösungen.

Wichtig ist, sich frühzeitig an "höherwertigen" Kriterien auszurichten: passende Region und Netzgebiet, jüngere Anlagen, klare Stilllegung und lückenlose Dokumentation. So bleiben Zertifikate ein wirkungsvolles Instrument zur Dekarbonisierung von Scope 2, ohne dass du in Erklärungsnot bei Wirtschaftsprüfern oder kritischen Stakeholdern gerätst.

Gerade wer heute schon automatisierte Nachhaltigkeitsprozesse etabliert, kann künftige Verschärfungen durch GHG Protocol, CSRD-Prüfer oder Initiativen wie RE100 gelassen entgegensehen. Die Investition in qualitativ hochwertige Zertifikate und moderne Verwaltungssysteme zahlt sich mittelfristig aus – nicht nur für die Compliance, sondern auch für das Vertrauen von Kunden, Banken und Mitarbeitern.

Fazit: Starte jetzt deinen Weg zu 100 % erneuerbarer Energie

Die vorgestellten Ansätze zeigen, dass der Weg zu 100 % erneuerbarer Energie klar definiert und erreichbar ist. Mit Instrumenten wie GOs, RECs und I-RECs wird dieser Prozess deutlich einfacher. Diese Zertifikate ermöglichen es dir, deinen Energieverbrauch transparent zu dokumentieren, deine CO₂-Bilanz zu senken und ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele zu verwirklichen.

Wie gelingt das? Es braucht nur drei Schritte: Deinen Energieverbrauch berechnen, gezielt Zertifikate kaufen und stilllegen sowie alle Transaktionen lückenlos dokumentieren. Moderne, automatisierte Tools machen den Prozess noch effizienter. Sie reduzieren den Aufwand für manuelle Eingaben und komplizierte Berechnungen erheblich. Gleichzeitig liefern sie Echtzeit-Daten, um den Energieverbrauch zu überwachen, zu optimieren und Berichtsstandards einzuhalten.

Der Erwerb von Energiezertifikaten ist mehr als nur eine Frage der Compliance. Er zeigt Umweltbewusstsein und unterstützt den Ausbau erneuerbarer Energien. Mit Lösungen wie I-RECs, die in zahlreichen Ländern verfügbar sind, stehen dir erprobte und zuverlässige Werkzeuge zur Verfügung.

Jetzt liegt es an dir: Analysiere deinen Energiebedarf, wähle die passenden Zertifikate und setze auf Automatisierung, um deine Energiewende voranzutreiben. Der Weg zu 100 % erneuerbarer Energie ist nicht nur machbar, sondern auch wirtschaftlich attraktiv. Mit einem automatisierten CO2-Rechner oder einer professionellen Plattform kannst du noch heute starten.

Häufige Fragen (FAQ)

Was bedeutet RECs und wie unterscheidet sich das System von GOs?

RECs steht für Renewable Energy Certificates und ist das nordamerikanische Pendant zu europäischen Herkunftsnachweisen (GOs). Während beide Systeme den Nachweis erbringen, dass eine Megawattstunde Strom aus erneuerbaren Quellen stammt, unterscheiden sie sich in der Regulierung und den zugrundeliegenden Standards. GOs basieren auf EU-Richtlinien und werden von der Association of Issuing Bodies koordiniert, während RECs nationalen und bundesstaatlichen Vorschriften in den USA unterliegen. Für international tätige Unternehmen ist es wichtig, beide Systeme zu verstehen und je nach Standort das passende Renewable Energy Certificate System zu nutzen.

In welcher internationalen Norm ist der Begriff Renewable Energy Certificate definiert?

Der Begriff Renewable Energy Certificate ist primär im Greenhouse Gas Protocol verankert, das die weltweit anerkannten Standards für die Treibhausgasbilanzierung definiert. Dort werden RECs als marktbasierte Instrumente für die Scope-2-Bilanzierung anerkannt. Zusätzlich gibt es verschiedene regionale und internationale Standards wie ISO 14064 oder die Anforderungen von Initiativen wie RE100, die die Nutzung von RECs, GOs und I-RECs regeln. Die genauen Anforderungen an Zertifizierung, Tracking und Stilllegung können je nach Standard variieren, weshalb es wichtig ist, die für dein Unternehmen relevanten Normen zu kennen.

Wie können Unternehmen Energiezertifikate nutzen, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen?

Unternehmen können Energiezertifikate wie GOs, RECs oder I-RECs nutzen, um ihren gesamten Energieverbrauch auf erneuerbare Quellen umzustellen und ihre Klimaziele zu erreichen. Der erste Schritt ist eine gründliche Analyse des Energiebedarfs, um genau zu bestimmen, wie viele Zertifikate benötigt werden. Danach sollten Unternehmen die Zertifikate auswählen, die am besten zu ihren Zielen, ihrer geografischen Lage und der Verfügbarkeit passen. Nach dem Kauf ist es entscheidend, die Zertifikate korrekt zu registrieren und in die gesamte Klimastrategie einzubinden – beispielsweise durch die Nutzung von grünen Stromtarifen oder langfristigen Stromabnahmeverträgen (PPAs). Regelmäßige Überprüfungen stellen sicher, dass alle Maßnahmen den aktuellen Standards wie CSRD, GHG Protocol oder VSME entsprechen.

Welche Schwierigkeiten gibt es bei der Nutzung von Energiezertifikaten und wie können Unternehmen diese lösen?

Die Nutzung von Energiezertifikaten bringt einige Herausforderungen mit sich. Ein zentrales Problem ist die fehlende vollständige Standardisierung zwischen den verschiedenen Zertifikatstypen. Hinzu kommen unterschiedliche Anforderungen in einzelnen Ländern, die die Verwaltung und Integration dieser Systeme oft kompliziert machen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sollten Unternehmen auf lokale Expertise setzen und sich mit den spezifischen Marktbedingungen und regulatorischen Vorgaben auseinandersetzen. Klare Schulungen und eine offene Kommunikation über die Funktionsweise der Zertifikate tragen dazu bei, Unsicherheiten abzubauen. Digitale Tools und automatisierte Plattformen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle: Sie können die Verwaltung der Zertifikate vereinfachen, eine lückenlose Nachverfolgbarkeit gewährleisten und automatisch prüfen, ob Qualitätskriterien eingehalten werden.

Sind wir als KMU schon verpflichtet, RECs oder GOs zu nutzen?

Eine direkte Pflicht zur Nutzung von RECs oder GOs besteht für die meisten KMU derzeit nicht. Allerdings verlangen viele Berichtsstandards wie CSRD für die marktbasierte Bilanzierung von Scope-2-Emissionen den Nachweis erneuerbarer Energien durch entsprechende Zertifikate. Auch wenn dein Unternehmen noch nicht unter die CSRD-Berichtspflicht fällt, können Kunden, Banken oder freiwillige Standards wie VSME die Nutzung von Energiezertifikaten erwarten oder voraussetzen. Zudem ist zu beachten, dass die regulatorischen Anforderungen sich kontinuierlich verschärfen – wer heute schon beginnt, ist morgen nicht unter Zeitdruck.

Was kostet die Implementierung eines Zertifikatsystems für unser Unternehmen?

Die Kosten für Energiezertifikate variieren je nach Typ, Region, Qualität und Verfügbarkeit. Historisch gesehen liegen die Preise für GOs und RECs deutlich unter den Großhandelsstrompreisen, was sie zu einer wirtschaftlich attraktiven Option macht. Hinzu kommen jedoch Kosten für die Verwaltung, Dokumentation und ggf. die Implementierung von Software zur automatisierten Nachverfolgung. Für KMU lohnt es sich oft, auf integrierte Lösungen zu setzen, die sowohl die CO2-Bilanzierung als auch die Verwaltung von Energiezertifikaten abdecken. Die genaue Kostenkalkulation sollte immer im Vergleich zu den Alternativen erfolgen – etwa den Kosten für externe Nachhaltigkeitsberatung oder den Risiken bei Nicht-Compliance.

Wie audit-sicher sind GOs, RECs und I-RECs in der Praxis?

Die Audit-Sicherheit von Energiezertifikaten hängt stark von der Qualität der Dokumentation und der Einhaltung anerkannter Standards ab. GOs, die über die Association of Issuing Bodies registriert und stillgelegt werden, gelten als sehr audit-sicher, da sie lückenlos nachverfolgt werden können. Auch RECs aus zertifizierten Systemen und I-RECs aus anerkannten Registern werden von Wirtschaftsprüfern in der Regel akzeptiert. Wichtig ist, dass du alle Transaktionen dokumentierst, Stilllegungsnachweise aufbewahrst und sicherstellst, dass die Zertifikate den Anforderungen der relevanten Berichtsstandards entsprechen. Automatisierte Systeme können hier erheblich helfen, indem sie automatisch prüfen, ob alle erforderlichen Nachweise vorliegen und korrekt zugeordnet sind.

Können wir das auch ohne IT-Abteilung umsetzen?

Ja, die Nutzung von Energiezertifikaten ist auch ohne eigene IT-Abteilung möglich. Viele moderne Carbon-Accounting-Plattformen sind speziell für KMU entwickelt und setzen keine tiefgehenden IT-Kenntnisse voraus. Die Integration erfolgt oft über einfache Schnittstellen oder automatisierte Datenimporte. Wichtiger als technisches Know-how ist ein systematisches Vorgehen: klare Zuständigkeiten definieren, Prozesse dokumentieren und auf etablierte Tools setzen statt auf selbstgebastelte Excel-Lösungen. Viele Anbieter bieten zudem Onboarding-Unterstützung und laufenden Support, sodass auch Unternehmen ohne IT-Expertise professionelle Lösungen nutzen können.

Wie lange dauert die Implementierung von Energiezertifikaten in unsere CO2-Bilanz?

Die Implementierung kann – je nach Komplexität deines Unternehmens – von wenigen Wochen bis zu einigen Monaten dauern. Der erste Schritt ist die Analyse des Energieverbrauchs, was bei vorhandenen Stromrechnungen schnell erledigt ist. Anschließend müssen passende Zertifikate ausgewählt, erworben und stillgelegt werden. Bei Nutzung automatisierter Plattformen kann der gesamte Prozess deutlich beschleunigt werden, da viele Schritte automatisiert ablaufen. Gerade wenn du bereits eine CO2-Bilanz erstellt hast und nur die Scope-2-Bilanzierung optimieren möchtest, lässt sich die Integration von Energiezertifikaten relativ zügig umsetzen.

Welche Rolle spielen Energiezertifikate bei der Bankfinanzierung?

Energiezertifikate werden zunehmend relevant für die Bankfinanzierung, da viele Banken ESG-Kriterien in ihre Kreditvergabe integrieren. Unternehmen, die nachweisen können, dass sie ihren Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen und dies über anerkannte Zertifikate dokumentieren, haben oft bessere Chancen auf günstigere Konditionen oder grüne Finanzierungsprodukte. Die lückenlose Dokumentation von GOs, RECs oder I-RECs kann bei Finanzierungsgesprächen ein wichtiger Pluspunkt sein und zeigt, dass dein Unternehmen Nachhaltigkeitsziele ernst nimmt und professionell umsetzt.

Quellen

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Johannes Fiegenbaum
Johannes Fiegenbaum Strategy & Sustainability Advisor, multiplye.ai Mehr über mich

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